Predigen oder einfach tun?
Geschrieben am 11.10.2011 von Walter MüllerKategorien: Kernthema Landwirtschaft
Vor mehr als 10 Jahren durfte ich mit Gastro St. Gallen, Tourismus Ostschweiz, dem Amt für Wirtschaft St. Gallen und dem St. Galler Bauernverband das Projekt Culinarium ins Leben rufen. Von Beginn weg war vernetztes Denken und Handeln für unsere Region, die Ostschweiz im Zentrum unserer Aktivitäten.
Gesunde Produkte aus der Region bedeuten Lebensqualität pur. Mit guten Freunden „culinarisch“ zu essen und dabei mit einem edlen Tropfen aus der Ostschweiz anzustossen, das schafft Verbundenheit und weckt Emotionen. Allein schon das Wissen, dass die Rohstoffe wie Gemüse, Obst, Trauben oder Getreide in „unserer“ Erde gewachsen sind, schenkt Vertrauen. Ebenso wie das Wissen, dass die dahinter stehenden Produzenten und Verarbeiter ihr Handwerk verstehen und für gute Qualität bürgen.
Die stetig wachsende Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten nach regionalen Produkten ist der Motor für Innovation und Kreativität. Urtümliche Spezialitäten werden bewahrt, Rezepturen angepasst und Neues entwickelt. Der Bezug zur Region wird dabei nie aus den Augen verloren. Nicht umsonst besticht die Ostschweiz durch eine Vielfalt an Spezialitäten. Dafür steht der Winzer mit herausragenden Weinen, ebenso wie der Metzger mit den Fleisch- und Wurstspezialitäten. Man denke nur an die St. Galler Kalbsbratwurst , den Käser mit der breiten Palette an Käsesorten und den Bäcker mit Spezialbroten und Backwaren. Die Liste ist beliebig ergänzbar mit, Molkereiprodukten, Ribelmaisbier, Getränken, Geflügel oder Fisch aus unseren Gewässern.
Über all diesen Produkten steht die Begeisterung für die kulinarische Tradition verbunden mit der Kreativität für Neues. Eine Begeisterung, die der Trägerverein Culinarium seit über zehn Jahren mit den Produzenten teilt. Produkte aus der Region stehen für die Nähe zum Produzenten, für Qualität und Authentizität. Sie schaffen Arbeitsplätze und sichern damit Wertschöpfung.
Kurze Transportwege schonen unsere Umwelt und die Rückverfolgbarkeit des gesamten Verarbeitungsprozesses schafft Vertrauen. Kurzum: Regionale Produkte verbinden Menschen zu einer starken Wertegemeinschaft. Wenn Lebensmittel wieder den ihnen zustehenden Wert haben - nicht einfach dem globalen Einheitsbrei geopfert werden - so ist Regionalität auch ein Beitrag zu einer besseren Welternährungssituation. Der bevorstehende Welternährungstag ist ein guter Anlass, um über unsere Möglichkeiten nachzudenken.
Walter Müller, Präsident Culinarium
Nationalrat, Azmoos




